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Havaneser steht auf einer Wiese

Fröhlich, aber pflegeintensiv

Havaneser

Der Havaneser ist ein kleiner Gesellschaftshund kubanischen Ursprungs, geformt für das Zusammenleben mit dem Menschen. Sein Bewegungsbedarf ist moderat, sein Bedarf an Gesellschaft dagegen hoch. Die beiden Alltagsthemen dieser Rasse heißen Fellpflege und Alleinbleiben.

Widerristhöhe
rund 23–27 cm (Toleranz laut FCI-Standard 21–29 cm)
Gewicht
etwa 4–7 kg
Fell
langes, seidiges Deckhaar, laut Standard 12–18 cm beim erwachsenen Hund, glatt oder gewellt
Fellstruktur
praktisch ohne Unterwolle — haart kaum, verfilzt dafür leicht
Bewegung
rund 30–60 Minuten pro Tag, verteilt auf mehrere Gänge
Beschäftigung
dazu geistige Beschäftigung in kurzen Einheiten
Einordnung
FCI-Gruppe 9, Begleithunde, ohne Arbeitsprüfung

Wesen

Immer dort, wo sein Mensch ist.

Der Havaneser ist anhänglich, aufmerksam und stark auf seine Bezugspersonen ausgerichtet; im englischen Sprachraum trägt er den Beinamen „Velcro dog". Der Rassestandard beschreibt ihn als aufgeweckt, liebevoll und fröhlich, spielerisch und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen. Fremden begegnet er meist freundlich bis stürmisch, selten ängstlich oder aggressiv. Mit Kindern kommt er in der Regel gut zurecht, seine für einen Kleinhund robuste Statur verringert das Verletzungsrisiko im Spiel; Aufsicht bleibt dennoch Pflicht.

Havaneser im Porträt

Im Alltag

Kurze Einheiten, freundlicher Ton.

Der Havaneser gilt als leicht ausbildbar: Intelligenz, Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowie Futter- und Spielmotivation kommen zusammen. Positive Verstärkung wirkt bei ihm besser als Härte, kurze Einheiten von fünf bis zehn Minuten zwei- bis dreimal täglich besser als eine lange Trainingsstunde. Trickdogging, Dogdancing, Mini-Agility, Obedience und Nasenarbeit liegen ihm.

Ein reiner Sofahund ist er nicht: Er ist ausdauernder, als er aussieht, und geht längere Spaziergänge und moderate Wanderungen mit. Er meldet Besuch und ungewöhnliche Geräusche, gilt aber nicht als notorischer Kläffer; übermäßiges Bellen ist meist Folge von Unterforderung, Unsicherheit oder fehlender Erziehung. Die Wohnsituation ist zweitrangig: Eine Stadtwohnung genügt, ein Garten ersetzt die Gesellschaft des Menschen nicht.

Havaneser läuft über eine Wiese

Wer sich diese Rasse zulegen sollte

Menschen, die viel zu Hause sind.

Gut aufgehoben ist der Havaneser bei Menschen, die viel zu Hause sind: im Homeoffice, PensionistInnen mit aktivem Alltag, Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren, Singles, StadtbewohnerInnen.

Zeit und Fellpflege

Entscheidend sind drei Punkte: verfügbare Zeit am Tag — nicht in erster Linie für Spaziergänge, sondern für Anwesenheit und Fellpflege; Handgeschick, Sehkraft und Geduld, weil kleine Knoten hautnah ertastet und ausgekämmt werden müssen; und die Bereitschaft zu konsequenter, freundlicher Erziehung, auch wenn die Rasse als anfängertauglich gilt.

Erfahrung

AnfängerInnen fahren gut damit, von Beginn an eine Hundeschule zu besuchen.

Eher ungeeignet ist die Rasse für Vollzeit-Berufstätige ohne Betreuungslösung, für Menschen, die einen selbstständigen Hund suchen, und für alle ohne Geduld für die tägliche Fellpflege. Bei Kindern unter etwa sechs Jahren ist die Kombination aus Welpe und Kleinkind nur mit lückenloser Aufsicht vertretbar.

Worauf zu achten ist

Drei Punkte entscheiden über den Alltag.

  1. Fellpflege

    Sie ist der häufigste Grund, warum die Haltung kippt. Das Fell wächst kontinuierlich und fällt nicht in Zyklen aus; tote Haare bleiben darin und verfilzen ohne regelmäßiges Bürsten. Beim erwachsenen Hund heißt das gründliches Bürsten zwei- bis dreimal pro Woche zu je zehn bis fünfzehn Minuten, dazu tägliche Kurzkontrollen an Augen und Pfoten — grob eine knappe Stunde pro Woche, bei langem Haar mehr. Kritisch ist der Fellwechsel vom Welpen- zum Erwachsenenfell, meist zwischen dem achten und vierzehnten Monat: Dann verfilzt das Haar extrem schnell, tägliches Bürsten ist Pflicht, und eine gründliche Sitzung kann bis zu einer Stunde dauern. Werkzeug sind eine Zupfbürste, ein Metallkamm zur Kontrolle bis auf die Haut und ein Pflegespray — nie trocken bürsten. An Bürste, Kamm und Pflegetisch wird der Welpe früh und positiv gewöhnt. Ein Kurzschnitt verringert den Aufwand deutlich und ist bei starker Verfilzung die humanere Lösung, ersetzt das Bürsten aber nicht; unter etwa sechs Millimetern verliert das Fell seinen UV- und Hitzeschutz. Da Unterwolle fehlt, ist eine Sommerschur zur Kühlung selten sinnvoll; im Winter braucht der Hund bei Nässe und Minusgraden oft einen Mantel.

  2. Alleinbleiben

    Weil die Rasse auf enge menschliche Gesellschaft hin geformt wurde, entsteht Trennungsstress schneller als bei unabhängigeren Hunden; er zeigt sich in Bellen, Zerstörung oder Unsauberkeit. Als Faustregel gelten vier bis fünf Stunden als absolutes Maximum, und das nur nach kleinschrittigem Training, das idealerweise im Welpenalter beginnt: beim jungen Welpen in Fünf-Minuten-Schritten steigern, später in Zehn-Minuten-Schritten. Regelmäßige Abwesenheit darüber hinaus ohne Betreuung ist ein Ausschlusskriterium. Alleinbleiben wird trainiert, nicht vorausgesetzt.

  3. Verhätschelung

    Kleine Hunde werden oft durchgelassen. Beim intelligenten Havaneser rächt sich das rasch: Er übernimmt die Regie, bellt aus Gewohnheit oder verweigert den Rückruf. Anfängerhund heißt nicht Selbsterzieher — klare, freundliche Konsequenz ist entscheidend.

Havaneser liegt entspannt am Boden

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