Der Malteser ist eine der ältesten reinen Begleithunderassen — nie zum Jagen, Hüten oder Bewachen gezüchtet, sondern ausschließlich als Gefährte des Menschen. Über das Zusammenleben entscheiden zwei Dinge: die tägliche Fellpflege und die Frage, ob er als Hund erzogen oder als Püppchen behandelt wird.
- Größe
- Kleiner Gesellschaftshund; Widerristhöhe Rüden 21–25 cm, Hündinnen 20–23 cm (FCI-Standard Nr. 65)
- Gewicht
- etwa 3 bis 4 kg
- Fell
- langes, glattes, reinweißes Seidenhaar ohne Unterwolle; wächst kontinuierlich und haart kaum
- Bewegungsbedarf
- moderat, aber real: 30 bis 60 Minuten Gehen und Spiel täglich, dazu geistige Beschäftigung
- Einordnung
- FCI-Gruppe 9, Sektion 1 (Bichons)
- Haltung
- wohnungstauglich; das feine Fell schützt wenig bei Kälte und Nässe
Warum Tränenspuren kein Schönheitsthema sind
Die rostbraunen Spuren unter den Augen gelten vielen als kosmetischer Makel, den man wegwischt. Tatsächlich sind sie ein Hinweis: Häufig steckt ein verengter oder verstopfter Tränen-Nasen-Kanal dahinter. Das Fell im Gesicht bleibt dann dauerhaft feucht, und feuchtes Fell auf Haut bedeutet hartnäckige, schmerzhafte Entzündungen durch Bakterien und Hefen. Ein Malteser mit trockenem Gesicht ist deshalb kein besonders gepflegter Hund, sondern ein gesunder.
Aus demselben Grund steht auch die tiefschwarze Pigmentierung von Nase, Lidrändern und Lefzen im Standard nicht nur wegen des Kontrasts zum weißen Fell: Fehlt sie, ist die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Die übrigen Themen sind die der kleinen Rassen — die Kniescheibe, die aus ihrer Führung springen kann, ein vollständiges, korrekt schließendes Gebiss, weil ein zu enger Kiefer Zahnverlust und Zahnfleischentzündungen nach sich zieht, und das Herz, das beim Abhören auffällig werden kann.