Wesen
Der Salonhund war ein Jagdhund.
Der Kern der Rasse liegt im Wasser. Der Pudel apportierte geschossenes Federwild aus Schilf und kalter Nässe — eine Aufgabe, die Nase, Ausdauer und ruhiges Warten verlangte; das dichte Wollhaar schützte ihn dabei. Sein Name geht auf das altdeutsche „Pfudel", die Pfütze, zurück, der französische „Caniche" auf „cane", die Ente. Sogar die Löwenschur stammt aus dieser Arbeit: geschoren wurde von der Rückenmitte an, um die Hinterhand beim Schwimmen frei zu machen; erst in den Salons wurde daraus ein Selbstzweck. Das Bild vom frisierten Modehund entstand an den Höfen des 18. Jahrhunderts, in der Zirkusmanege und im Pudelboom zwischen 1962 und 1972. Es steht der Rasse bis heute im Weg, weil es verdeckt, was sie ausmacht.
Dahinter steht ein hochintelligenter, stark menschenbezogener Hund. Der Deutsche Pudel-Klub nennt ihn „originell, sehr gelehrig, stets wachsam"; was er einmal gelernt hat, vergisst er nicht mehr. Er will gefallen, ist dabei aber kein unterwürfiger, sondern ein mitdenkender Hund. Prägend ist seine Sensibilität: Härte und Lautstärke verunsichern ihn. Fremden begegnet er freundlich bis neutral, die Apportierfreude ist fast allen Pudeln geblieben.
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