Verein zur Förderung der Rassehundezucht Alle Rassen
Yorkshire Terrier steht aufmerksam im Freien

Terrier im Miniformat

Yorkshire Terrier

Der Yorkshire Terrier entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Rattenfänger in den Fabriken und Bergwerken Nordenglands. Seine Wahrnehmung hat sich seither vom Arbeitshund zum Salonhund gewandelt, sein Wesen nicht. Wer ihn führt statt trägt, bekommt einen wachsamen und ausdauernden Begleiter.

Größenordnung
Schulterhöhe etwa 18 bis 24 cm; Zwergterrier, FCI-Gruppe 3, Standard Nr. 86
Gewicht
höchstens 3,2 kg
Fell
langes Seidenhaar ohne Unterwolle, kein saisonaler Fellwechsel; stahlblau am Körper, goldbraun an Kopf, Brust und Beinen
Fellwachstum
kontinuierlich, etwa ein Zentimeter im Monat
Bewegungsbedarf
mehrere Spaziergänge täglich plus geistige Auslastung; fitte Hunde begleiten längere Wanderungen
Alleinbleiben
Erfahrungswert vier bis fünf Stunden
Charakter
selbstbewusst, wachsam, eigenwillig, stark auf seine Menschen bezogen

Wesen

Das ganze Terrierpaket, nur kleiner.

Der Rassestandard beschreibt einen aufgeweckten, intelligenten Terrier mit Temperament und ausgeglichenem Wesen — und hält fest, dass zu den Terriereigenschaften der Rasse der Jagdtrieb gehört, ob er sich auf ein Spielzeug in der Wohnung oder einen Nager im Garten richtet.

Er meldet Geräusche, Besuch und andere Hunde zuverlässig und laut, bindet sich eng an seine Menschen und tritt auch großen Hunden gegenüber furchtlos auf. Das Terrierpaket ist vollständig erhalten: Mut, Reaktionsfreude, Eigenständigkeit — nur in kleinem Format.

Yorkshire Terrier liegt mit vorgestreckten Vorderläufen im Porträt

Im Alltag

Kleiner Hund, volles Programm.

Ein Sofahund ist er nicht. Er braucht mehrere Runden täglich und, ebenso wichtig, Kopfarbeit: Nasen- und Suchspiele, Apportieren, kontrollierte Jagdersatzspiele. Ein straffes Dauerprogramm ist damit nicht gemeint. Im Hundesport ist die Rasse vielseitiger als ihr Ruf — Agility in angepasster Höhe, Nasenarbeit, Trickdog und Treibball funktionieren.

Die Stadtwohnung genügt vollauf, ein Garten ist Bonus. Rasserelevant ist eher die Nachbarschaft: In hellhörigen Häusern wird die Bellneigung schnell zum Konflikt. Ohne Unterwolle friert der Yorkshire Terrier rasch — bei Kälte braucht er einen Mantel.

Yorkshire Terrier läuft über eine Wiese

Wer sich diese Rasse zulegen sollte

Menschen, die viel zu Hause sind.

Passend ist sie für Menschen mit hoher Präsenz zu Hause, die konsequent bleiben und täglich Zeit für Beschäftigung und Fellpflege einplanen.

Körperkraft

Weil der Hund kaum Kraft erfordert, ist er auch für ältere oder körperlich weniger belastbare Menschen gut zu händeln.

Erfahrung

Mehrere Rasseclubs stufen ihn wegen Sturheit und lauter Stimme als keine ausgesprochene Anfängerrasse ein; engagierte ErsthundehalterInnen kommen mit Hundeschule und klaren Regeln zurecht.

Kinder

Für Haushalte mit älteren, hundeerfahrenen Kindern ist er geeignet. Von Kleinkindern wird überwiegend abgeraten, nicht wegen des Charakters, sondern wegen der Zerbrechlichkeit: Ein Hund unter drei Kilogramm wird durch grobes Anfassen, Fallenlassen oder Drauftreten leicht ernsthaft verletzt, und Übergriffe lässt er sich nicht gefallen. Viele ZüchterInnen geben Welpen erst an Familien mit Kindern ab etwa fünf bis sechs Jahren ab.

Nicht geeignet ist die Rasse für Vollzeitberufstätige ohne Betreuung und für alle, die ein anspruchsloses Dekostück erwarten.

Worauf zu achten ist

Vier Punkte entscheiden über das Zusammenleben.

  1. Erziehung, weil dem kleinen Hund vieles durchgeht

    Er wird hochgenommen statt korrigiert, sein Bellen wird belächelt — so festigen sich unerwünschte Verhaltensweisen. Untersuchungen zeigen, dass HalterInnen kleiner Hunde inkonsequenter sind und seltener mit ihnen trainieren, und dass Konsequenz und regelmäßiges Üben den Gehorsam deutlich verbessern. Harte Methoden wirken gegenteilig: Häufiges Strafen geht mit mehr Erregbarkeit einher, erhöhte Angst durch Strafe zeigte sich ausschließlich bei kleinen Hunden. Ängstlichkeit ist der stärkste Treiber problematischen Verhaltens. Sicherheit gibt man diesem Hund durch Führung und Sozialisierung, nicht durch Hochnehmen.

  2. Jagdtrieb

    Selektiert wurde auf das Fangen von Ratten und Mäusen, und das zeigt sich: schnelle Reaktion auf Bewegung, Interesse an Nagern und Vögeln, Freude am Buddeln. Freilauf im unsicheren Gelände will überlegt sein, Rückruftraining gehört von Anfang an dazu. Das Zusammenleben mit Kleintieren ist heikel; mit Katzen kann es gelingen, braucht aber sorgfältige Gewöhnung.

  3. Das Fell wächst weiter, ohne Pause

    Seidenhaar ohne Unterwolle verfilzt binnen Tagen und wird dann brüchig. In langer Variante ist tägliches Bürsten Pflicht, nach jedem Spaziergang müssen Blätter und Schmutz heraus, alle zwei bis vier Wochen kommt ein Bad mit Conditioner dazu. Nicht die einzelne Sitzung ist das Problem, sondern die Regelmäßigkeit. Wer das nicht dauerhaft leisten kann, wählt besser früh die kurze Gebrauchsfrisur mit zwei bis drei Zentimetern Länge und Salonbesuch alle vier bis acht Wochen — für alle, die nicht ausstellen, die vernünftige Normallösung.

  4. Selbstüberschätzung gegenüber großen Hunden

    Das Aufspielen ist oft ein Distanzsignal aus Unsicherheit; im Ernstfall ist der kleine Körper chancenlos. Frühe Sozialisierung mit verträglichen Hunden aller Größen hilft — darüber hinaus bleibt es Aufgabe der HalterInnen, den Hund gelegentlich vor sich selbst zu schützen.

Yorkshire Terrier ruht entspannt

Noch mehr Rassen.

Der Verein zur Förderung der Rassehundezucht begleitet jede Rasse. Die Porträts der übrigen finden Sie auf der Startseite.

Zurück zu allen Rassen
Australian Shepherd liegt im Stroh

Noch mehr Rassen.

Der Verein zur Förderung der Rassehundezucht begleitet jede Rasse. Die Porträts der übrigen finden Sie auf der Startseite.

Zurück zu allen Rassen